Erläuterungen zum verkürzten Konzernzwischenabschluss zum 30. September 2018

Im laufenden Geschäftsjahr erstmals angewendete Rechnungs­legungs­vorschriften

Zum 1. Januar 2018 wurden IFRS 9 (Financial Instruments) und IFRS 15 (Revenue from Contracts with Customers) erstmals angewendet. Im Folgenden werden die Effekte angegeben, wie sie aus der erstmaligen Anwendung von IFRS 9 und IFRS 15 resultieren.

IFRS 9 ist der neue Standard zur Bilanzierung von Finanzinstrumenten, den Bayer modifiziert retrospektiv ohne Änderung der Vorjahreszahlen zum 1. Januar 2018 erstmals angewendet hat. Umstellungseffekte zum Erstanwendungszeitpunkt wurden kumulativ im Eigenkapital erfasst und die Vergleichsperiode wird in Einklang mit bisherigen Regelungen dargestellt.

Die Effekte aus der Erstanwendung von IFRS 9 und IFRS 15 auf die Gewinnrücklagen und das sonstige Ergebnis in der Gesamtergebnisrechnung sind im Folgenden dargestellt:

Überleitung Gewinnrücklagen IFRS 9 und IFRS 15

 

 

in Mio. €

Gewinnrücklagen inkl. Konzernergebnis 31. Dezember 2017

 

26.851

Effekte aus IFRS 9

 

−43

Effekte aus IFRS 15

 

86

Gewinnrücklagen inkl. Konzernergebnis 1. Januar 2018

 

26.894

Überleitung sonstiges Ergebnis (Marktbewertung Finanzinstrumente)

 

 

in Mio. €

Marktbewertung Finanzinstrumente 31. Dezember 2017

 

98

Umgliederungen in die Gewinnrücklagen

 

−37

Umbewertungen aufgrund von Änderung in der Bewertungskategorie

 

11

Latente Steuern

 

9

Marktbewertung Finanzinstrumente 1. Januar 2018

 

81

IFRS 9 führt neue Vorschriften für die Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten ein und ersetzt die derzeitigen Regelungen zur Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten. Der neue Standard erfordert eine geänderte Bilanzierung der Effekte aus der Veränderung des eigenen Kreditrisikos für zum beizulegenden Zeitwert klassifizierte finanzielle Verpflichtungen und ändert die Vorschriften für die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen. Darüber hinaus bleiben die Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Verpflichtungen weitgehend unverändert zu den derzeitigen Regelungen.

Nach IFRS 9 bestimmen sich die Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten nach dem Geschäftsmodell des Unternehmens und den Charakteristika der Zahlungsströme des jeweiligen finanziellen Vermögenswerts. Für zum 1. Januar 2018 gehaltene Eigenkapitalinstrumente, die nicht zu Handelszwecken gehalten werden, hat Bayer einheitlich das Wahlrecht ausgeübt, zukünftige Änderungen des beizulegenden Zeitwerts im sonstigen Ergebnis in der Gesamtergebnisrechnung zu erfassen und diese damit bei Abgang des Finanzinstruments im Eigenkapital zu belassen. Dieses Wahlrecht kann grundsätzlich auf Basis des einzelnen Instruments bei dessen Zugang unwiderruflich ausgeübt werden. Der Anfang Mai 2018 vom Bayer Pension Trust erworbene 6,8 %-Anteil an Covestro zur Bedienung der im Jahr 2020 fälligen Umtauschanleihe wird erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert.

Zum Erstanwendungszeitpunkt ergaben sich Umklassifizierungen im Wesentlichen aufgrund der Charakteristika der Zahlungsströme von Fondsanteilen, von Beteiligungen an Limited Partnerships und von der Bayer Pensionskasse VVaG gewährten Gründungsstockdarlehen und des Genussrechtskapitals. Diese Finanzinstrumente wurden bislang in der Kategorie Available for Sale mit Erfassung von Zeitwertänderungen im sonstigen Ergebnis in der Gesamtergebnisrechnung ausgewiesen und sind nunmehr als Schuldinstrumente klassifiziert, deren Zeitwertänderungen erfolgswirksam erfasst werden.

Aus der geänderten Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten haben sich die folgenden Auswirkungen zum Zeitpunkt der Erstanwendung ergeben:

Überleitung der finanziellen Vermögenswerte von IAS 39 auf IFRS 9

Bewertungs­kategorie (IAS 39)1

 

Buchwert 31.12.2017 (IAS 39)

 

Umglieder­ungen

 

Effekt aus Änderung in der Bewertungs­kategorie

 

Effekt aus Wert­minderungs­modell

 

Buchwert 01.01.2018 (IFRS 9)

 

Bewertungs­kategorie (IFRS 9)2

 

 

in Mio. €

 

in Mio. €

 

in Mio. €

 

in Mio. €

 

in Mio. €

 

 

1

AfS: Available for Sale (zur Veräußerung verfügbar; zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral),
HtM: Held to Maturity (bis zur Endfälligkeit zu halten; zu fortgeführten Anschaffungskosten),
LaR: Loans and Receivables (Ausleihungen und Forderungen; zu fortgeführten Anschaffungskosten).

2

AC: at Amortized Cost (zu fortgeführten Anschaffungskosten),
FVTOCI: at Fair Value through Other Comprehensive Income (zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral),
FVTPL: at Fair Value through Profit or Loss (zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam).

Forderungen LuL

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

LaR

 

8.582

 

 

 

 

 

−93

 

8.489

 

AC

Sonstige finanzielle Vermögenswerte

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

LaR

 

1.731

 

 

 

 

 

 

 

1.731

 

AC

AfS – Schuldtitel

 

34

 

 

 

 

 

 

 

34

 

AC

HtM

 

57

 

 

 

 

 

 

 

57

 

AC

AfS – Eigenkapitaltitel zu fortgeführten Anschaffungskosten

 

35

 

 

 

11

 

 

 

46

 

FVTOCI (kein Recycling)

AfS – Eigenkapitaltitel

 

191

 

 

 

 

 

 

 

191

 

FVTOCI (kein Recycling)

AfS – Eigenkapitaltitel

 

39

 

 

 

 

 

 

 

39

 

FVTPL (Schuldtitel)

AfS – Schuldtitel

 

2.429

 

145

 

 

 

 

 

2.574

 

FVTPL

Derivate

 

647

 

 

 

 

 

 

 

647

 

Derivate

Sonstige Forderungen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

LaR

 

380

 

 

 

 

 

−4

 

376

 

AC

AfS – Schuldtitel

 

46

 

 

 

 

 

 

 

46

 

FVTPL

Zahlungsmittel / -äquivalente

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

LaR

 

7.581

 

−145

 

 

 

−1

 

7.435

 

AC

Finanzielle Vermögenswerte, gesamt

 

21.752

 

0

 

11

 

−98

 

21.665

 

 

Für die finanziellen Verbindlichkeiten haben sich keine Auswirkungen ergeben.

Die nachstehende Tabelle zeigt die Effekte aus der Erstanwendung von IFRS 9 auf die Gewinnrücklagen und das sonstige Ergebnis in der Gesamtergebnisrechnung aufgegliedert nach Bewertungskategorien:

Effekte aus der Erstanwendung von IFRS 9 auf die Gewinnrücklagen und das sonstige Ergebnis

 

 

 

 

Gewinnrücklagen Effekt zum 01.01.2018

 

Sonstiges Ergebnis Effekt zum 01.01.2018

Bewertungskategorie (IAS 39)1

 

Bewertungskategorie (IFRS 9)1

 

in Mio. €

 

in Mio. €

1

Zur Bezeichnung der Bewertungskategorien siehe Tabelle „Überleitung der finanziellen Vermögenswerte von IAS 39 auf IFRS 9“.

Forderungen LuL

 

 

 

 

 

 

LaR

 

AC

 

−93

 

 

Sonstige finanzielle Vermögenswerte

 

 

 

 

 

 

AfS – Eigenkapitaltitel zu fortgeführten Anschaffungskosten

 

FVTOCI (kein Recycling)

 

 

 

11

AfS – Eigenkapitaltitel

 

FVTPL (Schuldtitel)

 

10

 

−10

AfS – Schuldtitel

 

FVTPL

 

36

 

−36

Sonstige Forderungen

 

 

 

 

 

 

LaR

 

AC

 

−4

 

 

AfS – Schuldtitel

 

FVTPL

 

−9

 

9

Zahlungsmittel / -äquivalente

 

 

 

 

 

 

LaR

 

AC

 

−1

 

 

Finanzielle Vermögenswerte, gesamt

 

 

 

−61

 

−26

Die nachstehende Tabelle zeigt die Effekte aus der Erstanwendung von IFRS 9 auf die auf nicht beobachtbaren Inputfaktoren basierenden und zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten (Stufe 3), deren Entwicklung im Dreivierteljahr 2018 in der Tabelle „Entwicklung der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten (Stufe 3)“ dargestellt wird.

Überleitung der zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten finanziellen Vermögenswerte (Stufe 3) von IAS 39 auf IFRS 9

Bewertungs­kategorie (IAS 39)1

 

Buchwert 31.12.2017 (IAS 39)

 

Umglie­derungen aufgrund von Änderung in der Fair-Value-Hierarchie

 

Umbe­wertungen aufgrund von Änderung in der Bewertungs­kategorie

 

Buchwert 01.01.2018 (IFRS 9)

 

Bewertungs­kategorie (IFRS 9)1

 

 

in Mio. €

 

in Mio. €

 

in Mio. €

 

in Mio. €

 

 

1

Zur Bezeichnung der Bewertungskategorien siehe Tabelle „Überleitung der finanziellen Vermögenswerte von IAS 39 auf IFRS 9“.

Sonstige finanzielle Vermögenswerte

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

AfS – Eigenkapitaltitel zu fortgeführten Anschaffungskosten

 

 

 

35

 

11

 

46

 

FVTOCI (kein Recycling)

AfS – Eigenkapitaltitel

 

18

 

4

 

 

 

22

 

FVTOCI (kein Recycling)

AfS – Eigenkapitaltitel

 

18

 

 

 

 

 

18

 

FVTPL (Schuldtitel)

AfS – Schuldtitel

 

757

 

 

 

 

 

757

 

FVTPL

Derivate

 

10

 

 

 

 

 

10

 

Derivate

Sonstige Forderungen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

AfS – Schuldtitel

 

46

 

 

 

 

 

46

 

FVTPL

Finanzielle Vermögenswerte, gesamt

 

849

 

39

 

11

 

899

 

 

Eine bilanzielle Vorsorge für erwartete Kreditverluste wird für zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierte finanzielle Vermögenswerte erfasst. Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird im Rahmen der vereinfachten Vorgehensweise auf die über die jeweiligen Laufzeiten erwarteten Kreditverluste abgestellt. Es werden dabei auf historischer und prognostizierter Datenbasis kalkulierte Verlustraten zugrunde gelegt, die dem Geschäftsmodell, dem jeweiligen Kunden und dem ökonomischen Umfeld der geografischen Region Rechnung tragen. Forderungen mit signifikanten Überfälligkeiten, die aufgrund der Kundenstruktur auch mehr als 90 Tage betragen können, oder solche, über deren Schuldner ein Insolvenz- oder ein vergleichbares Verfahren eröffnet wurde, werden einzeln auf eine Wertminderung geprüft. Für sonstige finanzielle Vermögenswerte erfolgt die Ermittlung der erwarteten Kreditverluste, bei deren Zugang primär auf Basis von Credit Default Swaps, für die im Rahmen einer Monte-Carlo-Simulation Verluste berechnet werden, die aus Ausfällen in den nächsten zwölf Monaten erwartet werden. Im Falle einer signifikanten Erhöhung des Ausfallsrisikos werden die über die jeweilige Laufzeit des Vermögenswerts erwarteten Kreditverluste berücksichtigt.

Die Effekte aus der Erhöhung der bilanziellen Vorsorge aus der Erstanwendung des neuen Wertminderungsmodells sind in nachfolgender Tabelle dargestellt:

Überleitung der Wertberichtigungen

Bewertungskategorie (IAS 39)1

 

Kumulierte Wertberichtigungen 31.12.2017 (IAS 39)

 

Effekt aus Wertminderungsmodell (IFRS 9)

 

Kumulierte Wertberichtigungen 01.01.2018 (IFRS 9)

 

Bewertungskategorie (IFRS 9)1

 

 

in Mio. €

 

in Mio. €

 

in Mio. €

 

 

1

Zur Bezeichnung der Bewertungskategorien siehe Tabelle „Überleitung der finanziellen Vermögenswerte von IAS 39 auf IFRS 9“.

Forderungen LuL

 

 

 

 

 

 

 

 

LaR

 

−425

 

−93

 

−518

 

AC

Sonstige Forderungen

 

 

 

 

 

 

 

 

LaR

 

−3

 

−4

 

−7

 

AC

Zahlungsmittel / -äquivalente

 

 

 

 

 

 

 

 

LaR

 

 

 

−1

 

−1

 

AC

Gesamt

 

−428

 

−98

 

−526

 

 

Die aus dem eigenen Kreditrisiko resultierenden Zeitwertveränderungen von erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten werden nunmehr im sonstigen Ergebnis in der Gesamtergebnisrechnung und nicht mehr in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Diese Änderung betrifft bei Bayer insbesondere die im Juni 2017 begebenen Schuldverschreibungen (Umtauschanleihe), welche auch in Covestro-Aktien umgetauscht werden können. Hieraus ergaben sich zum Umstellungszeitpunkt keine wesentlichen Effekte.

Für die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen hat Bayer von dem Wahlrecht Gebrauch gemacht, die Vorschriften von IFRS 9 ab 1. Januar 2018 prospektiv anzuwenden. Wenn nur der innere Wert einer Option als Sicherungsinstrument in einer Sicherungsbeziehung designiert wird, sieht IFRS 9 vor, dass Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der Zeitwertkomponente von Optionen über die Laufzeit der Sicherungsbeziehung zunächst im sonstigen Ergebnis in der Gesamtergebnisrechnung erfasst werden. Die Auflösung der darin kumulierten Beträge entweder in Form eines Basis Adjustment oder einer direkten erfolgswirksamen Erfassung hängt von der Art der abgesicherten Transaktion ab. Die geänderte Bilanzierungsmethode ist – im Gegensatz zu den übrigen Regelungen zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen – retrospektiv anzuwenden. Zum Umstellungszeitpunkt hatten diese Änderungen keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Im Oktober 2017 veröffentlichte das IASB die Änderung „Prepayment Features with Negative Compensation“ an IFRS 9 (Financial Instruments). Darüber hinaus erfolgte eine Klarstellung zur Modifikation von finanziellen Verbindlichkeiten, die nicht zur Ausbuchung führen. Für diese nicht substanziellen Modifikationen sind Modifikationsgewinne oder –verluste, inkl. der Kosten der Modifikation, unmittelbar erfolgswirksam zu erfassen. Diese Änderung zu IFRS 9 ist verpflichtend für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen, anzuwenden. Mangels vergangener nicht substanzieller Modifikationen von Verbindlichkeiten hatte diese Änderung keine Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Für das im Juni 2018 eröffnete Anleihenumtauschprogramm für die übernommenen Monsanto-Anleihen im Rahmen des Monsanto-Erwerbs, bei dem es sich um eine nicht substanzielle Modifikation handelt, wurden Aufwendungen in Höhe von 13 Mio. € im 2. Quartal 2018 aufwandswirksam erfasst.

Im Mai 2014 veröffentlichte das IASB den IFRS 15 (Revenues from Contracts with Customers) und legte im April 2016 weitere Klarstellungen des Standards vor. Sowohl der Standard als auch die Klarstellungen wurden in europäisches Recht übernommen. IFRS 15 ersetzt die aktuellen Standards zur Umsatzrealisierung IAS 18 (Revenue) und IAS 11 (Construction Contracts) sowie die dazugehörigen Interpretationen und ist für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen. Der neue Standard sieht ein fünfstufiges Modell für die Erfassung von Erlösen aus Verträgen mit Kunden vor. Nach IFRS 15 sind diejenigen Beträge als Umsatzerlöse zu erfassen, die ein Unternehmen als Gegenleistung für die Übertragung von Waren oder die Erbringung von Dienstleistungen an einen Kunden zu erwarten hat. Erlöse werden erfasst, wenn (oder sobald) das Unternehmen die Verfügungsgewalt über Waren oder Dienstleistungen entweder über einen Zeitraum oder zu einem Zeitpunkt an einen Kunden überträgt. Darüber hinaus konkretisiert IFRS 15 die Zuordnung von einzelnen Sachverhalten zu (neuen) Bilanzpositionen, einzelnen Funktionskosten in der Gewinn- und Verlustrechnung und deren Brutto- versus Nettodarstellung.

Bayer hat IFRS 15 auf Basis der modifizierten retrospektiven Methode eingeführt, sodass sämtliche Umstellungseffekte zum 1. Januar 2018 kumulativ in den Gewinnrücklagen erfasst wurden und die Vergleichsperiode in Einklang mit bisherigen Regelungen dargestellt wird. Bayer hat entschieden, den Standard rückwirkend ausschließlich auf Verträge anzuwenden, die zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung keine erfüllten Verträge sind, und zudem die Auswirkungen aller Vertragsänderungen, die vor dem Stichtag der erstmaligen Anwendung erfolgt sind, gemäß IFRS 15.C7A(b) in aggregierter Form wiederzugeben.

Die Anwendung von IFRS 15 hat zu den folgenden Effekten geführt:

Änderung des Realisationszeitpunkts

  • IFRS 15 sieht eine rückwirkende Anpassung der Umsatzerlöse vor, sobald Meilensteinzahlungen im Rahmen von Auslizenzierungen von Zugangsrechten keinen Beschränkungen mehr unterliegen, und bedingt somit eine frühere Umsatzerfassung. Diese Änderung hat zum 1. Januar 2018 zu einem Anstieg der Gewinnrücklagen um 64 Mio. € nach latenten Steuern und einem Rückgang der Vertragsverbindlichkeiten (unter IAS 18 als Abgrenzungsposten in den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen) um 86 Mio. € geführt. Für das Segment Pharmaceuticals fällt der Umsatz aufgrund dessen nach Einführung des IFRS 15 im Vergleich zu IAS 18 im Dreivierteljahr um 7 Mio. € bzw. im 3. Quartal um 2 Mio. € geringer aus. Hieraus ergibt sich im Vergleich eine Minderung der latenten Steueraufwendungen im Dreivierteljahr um 3 Mio. € bzw. im 3. Quartal um 1 Mio. €.
  • Für die Desinvestition einer Marke sieht IFRS 15 in Verbindung mit IAS 38 (Intangible Assets) grundsätzlich die Erfassung des Kaufpreises abzüglich der Restbuchwerte in den sonstigen betrieblichen Erträgen oder Aufwendungen zum Zeitpunkt des Übergangs der Verfügungsgewalt vor. Es wurden einige Fälle identifiziert, in denen der Kaufpreis gemäß den bisherigen Bilanzierungsgrundsätzen in Einklang mit IAS 18 abgegrenzt wurde, nach IFRS 15 jedoch zu einem früheren Zeitpunkt im Ergebnis anzusetzen gewesen wäre. Zum Zeitpunkt der Erstanwendung von IFRS 15 wurden aufgrund dessen ein Anstieg der Gewinnrücklagen um 21 Mio. € nach latenten Steuern und ein Rückgang der Vertragsverbindlichkeiten (unter IAS 18 als Abgrenzungsposten in den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen) um 27 Mio. € erfasst. Für die Segmente Pharmaceuticals und Animal Health fällt in der Folge der Umsatz nach Einführung des IFRS 15 im Vergleich zu IAS 18 im Dreivierteljahr in Summe um 30 Mio. € bzw. im 3. Quartal um 7 Mio. € geringer aus. Hieraus ergibt sich im Vergleich eine Minderung der latenten Steueraufwendungen im Dreivierteljahr um 6 Mio. € bzw. im 3. Quartal um 1 Mio. €.
  • Aus der Änderung des Realisationszeitpunkts resultiert unter Einschluss der einzeln beschriebenen Effekte insgesamt ein um 17 Mio. € geringeres Dreivierteljahresergebnis bzw. ein um 8 Mio. € geringeres Ergebnis für das 3. Quartal im Vergleich zu einer Umsatzerfassung nach IAS 18. Diese Ergebniswirkungen beziehen sich auf den Bayer-Konzern vor Erstkonsolidierung des ehemaligen Monsanto-Konzerns, dessen Finanzinformationen der Vergleichsperioden nach US-amerikanischen Rechnungslegungsnormen erstellt wurden und daher keinen angemessenen Vergleich mit nach IAS 18 ermittelten Umsatzerlösen ermöglichen.

Ausweisänderungen

Um der Methodik von IFRS 15 zu entsprechen, hat Bayer zudem die Darstellung bestimmter Sachverhalte in der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung angepasst.

  • IFRS 15 sieht in der Bilanz eine Bruttodarstellung erwarteter Produktretouren für die Fälle vor, in denen davon ausgegangen wird, dass retournierte Produkte wiederverkauft werden können und Bayer den Kaufpreis erstatten wird. Die hieraus resultierenden Vermögenswerte aus erwarteten Produktretouren werden in Höhe der vorherigen Buchwerte ggf. abzüglich etwaiger Rückerlangungskosten und potenzieller Wertminderungen in den Vorräten ausgewiesen. Die aus der Bruttodarstellung resultierenden Rückerstattungsverbindlichkeiten enthalten die geschätzten Beträge, die bei Produktrückgabe voraussichtlich zu erstatten sind. Vor Anwendung von IFRS 15 hat Bayer erwartete Produktretouren netto in Höhe der Marge in den anderen Rückstellungen ausgewiesen. Im Rahmen der Kapitalflussrechnung steht daher der mit IFRS 15 zu verzeichnenden Erhöhung der Vorräte eine Minderung des übrigen Nettovermögens gegenüber.
  • Bereits erhaltene (oder zu erhaltende) Beträge, die dem Kunden voraussichtlich zurückzuerstatten sind, werden gemäß IFRS 15 als Rückerstattungsverbindlichkeiten ausgewiesen. Diese Beträge beziehen sich in der Regel auf erwartete Mengenrabatte und erwartete Produktretouren und wurden zuvor unter den anderen Rückstellungen ausgewiesen.
  • Erhaltene (oder zu erhaltende) Anzahlungen im Zusammenhang mit Produktlieferungen wurden zuvor in den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erfasst. Erhaltene (oder zu erhaltende) Anzahlungen aus der Auslizenzierung von Zugangsrechten und Dienstleistungsverträgen, die über einen Zeitraum erfasst werden, wurden zuvor als Abgrenzungsposten in den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Mit der Einführung von IFRS 15 werden beide als Vertragsverbindlichkeiten ausgewiesen. Innerhalb der Kapitalflussrechnung steht der aus der Ausweisänderung resultierenden Minderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen eine entsprechende Veränderung des übrigen Nettovermögens gegenüber.

Die Effekte aus der Anwendung der modifizierten retrospektiven Methode auf die Eröffnungsbilanz zum 1. Januar 2018 sind untenstehender Tabelle „IFRS 15 Bilanzierungsänderungen Konzern-Bilanz zum 1. Januar 2018“ zu entnehmen. Unter Einschluss des ehemaligen Monsanto-Konzerns werden in der Tabelle „Überleitung von IFRS 15 zu IAS 18 für Ausweisänderungen: Konzern-Bilanz zum 30. September 2018“ die Auswirkungen auf die Konzernbilanz zum 30. September 2018 dargestellt, soweit sie die veränderten Ausweisvorschriften von IFRS 15 im Vergleich zu IAS 18 betreffen.

IFRS 15 Bilanzierungsänderungen Konzern-Bilanz zum 1. Januar 2018

 

 

31.12.2017

 

 

 

 

 

01.01.2018

 

 

Vor Bilanzierungs­änderungen

 

Ausweis­änderungen

 

Änderung des Realisations­zeitpunkts

 

Nach Bilanzierungs­änderungen

 

 

in Mio. €

 

in Mio. €

 

in Mio. €

 

in Mio. €

Latente Steuern

 

4.915

 

 

 

−5

 

4.910

Vorräte

 

6.550

 

76

 

 

 

6.626

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sonstige Rücklagen

 

25.026

 

 

 

86

 

25.112

Andere Rückstellungen (kurzfristig)

 

1.366

 

−152

 

 

 

1.214

Rückerstattungsverbindlichkeit (kurzfristig)

 

 

152

 

 

 

152

Vertragsverbindlichkeit (kurzfristig)

 

 

905

 

−78

 

827

Sonstige Verbindlichkeiten (kurzfristig)

 

1.116

 

−905

 

 

 

211

Latente Steuern

 

1.153

 

 

 

24

 

1.177

Andere Rückstellungen (langfristig)

 

4.344

 

−2.197

 

 

 

2.147

Rückerstattungsverbindlichkeiten (langfristig)

 

 

2.275

 

 

 

2.275

Vertragsverbindlichkeiten (langfristig)

 

 

740

 

−37

 

703

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

 

5.129

 

−561

 

 

 

4.568

Sonstige Verbindlichkeiten (langfristig)

 

1.652

 

−181

 

 

 

1.471

Überleitung von IFRS 15 zu IAS 18 für Ausweisänderungen: Konzern-Bilanz zum 30. September 2018

 

 

IFRS 15
30.09.2018

 

Ausweis­änderungen

 

IAS 18
30.09.2018

 

 

in Mio. €

 

in Mio. €

 

in Mio. €

Vorräte

 

11.142

 

−66

 

11.076

 

 

 

 

 

 

 

Andere Rückstellungen (kurzfristig)

 

1.926

 

126

 

2.052

Rückerstattungsverbindlichkeit (kurzfristig)

 

126

 

−126

 

Vertragsverbindlichkeit (kurzfristig)

 

1.076

 

−1.076

 

Sonstige Verbindlichkeiten (kurzfristig)

 

352

 

959

 

1.311

Andere Rückstellungen (langfristig)

 

2.964

 

4.551

 

7.515

Rückerstattungsverbindlichkeiten (langfristig)

 

4.617

 

−4.617

 

Vertragsverbindlichkeiten (langfristig)

 

741

 

−741

 

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

 

5.281

 

648

 

5.929

Sonstige Verbindlichkeiten (langfristig)

 

1.949

 

211

 

2.160

Veröffentlichte, aber noch nicht angewendete Rechnungslegungsvorschriften

Im Januar 2016 veröffentlichte das IASB den neuen Standard zur Bilanzierung von Leasingverhältnissen IFRS 16 (Leases), der die bisher in IAS 17 (Leasingverhältnisse), IFRIC 4 (Beurteilung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis enthält), SIC 15 (Mietleasingverhältnisse – Anreizvereinbarungen) und SIC-27 (Beurteilung des wirtschaftlichen Gehalts von Transaktionen in der rechtlichen Form von Leasingverhältnissen) enthaltenen Regelungen ersetzen wird. Die Übernahme in europäisches Recht erfolgte im Oktober 2017. Der neue Standard ist für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen. Er führt ein einheitliches Leasingbilanzierungsmodell für Leasingnehmer ein, bei dem Vermögenswerte für gewährte Nutzungsrechte sowie korrespondierende Leasingverbindlichkeiten zu bilanzieren sind. Eine Unterscheidung in Operating-Leasingverhältnisse, bei denen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zurzeit nicht bilanziert werden, und Finanzierungsleasing wird es zukünftig für Leasingnehmer nicht mehr geben. Allerdings enthält IFRS 16 Wahlrechte zur Inanspruchnahme von Ansatzfreistellungen. Für Leasinggeber ist wie auch unter dem bisherigen Standard IAS 17 weiterhin zwischen Operating-Leasingverhältnissen und Finanzierungsleasing zu unterscheiden.

Bayer wird IFRS 16 erstmals zum 1. Januar 2019 rückwirkend ohne Änderung der Vorjahreszahlen anwenden. In diesem Zusammenhang können für Leasingverträge, in denen eine Bayer-Gesellschaft Leasingnehmer ist, zum Umstellungszeitpunkt verschiedene Erleichterungen in Anspruch genommen werden. Bayer wird von dem Wahlrecht Gebrauch machen, immaterielle Vermögenswerte vom Anwendungsbereich von IFRS 16 auszunehmen.

Die Implementierung des neuen Standards wird im Rahmen eines konzernweiten Projekts gesteuert. Im Zusammenhang mit der Übernahme von Monsanto waren bis zur Erfüllung sämtlicher wettbewerbsrechtlicher Auflagen Bayer und Monsanto als getrennte Unternehmen zu führen. Erst mit Aufhebung dieses sogenannten Hold-Separate-Agreements Mitte August 2018 und dem Beginn der Integration konnten die neu erworbenen und vollkonsolidierten Gesellschaften in das Projekt zur Einführung von IFRS 16 einbezogen werden. Die Analyse der quantitativen Auswirkungen von IFRS 16 auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ist aus diesem Grunde noch nicht abgeschlossen. Es werden die folgenden Effekte erwartet: Anstelle der bislang unter den sonstigen finanziellen Verpflichtungen angegebenen Mindestmietzahlungen aus Operating-Leasingverhältnissen wird die Anwendung von IFRS 16 zu einem Anstieg der langfristigen Vermögenswerte durch die Bilanzierung von Nutzungsrechten führen. Ebenso werden sich die Finanzverbindlichkeiten durch den Ausweis der korrespondierenden Leasingverbindlichkeiten erhöhen. Im Hinblick auf die Gesamtergebnisrechnung werden anstelle der bisherigen Aufwendungen für Operating-Leasingverhältnisse unter IFRS 16 künftig die Abschreibungen der Nutzungsrechte und die Zinsaufwendungen für die Verbindlichkeiten ausgewiesen. In der Kapitalflussrechnung wird sich aus der Anwendung von IFRS 16 durch geringere Auszahlungen im operativen Bereich tendenziell eine Verbesserung des operativen Cashflows ergeben, während der Tilgungsanteil der Leasingzahlungen und der Zinsaufwand als Bestandteile des Cashflows aus Finanzierungstätigkeit eingehen.

Die konkreten quantitativen Auswirkungen der Erstanwendung sind u. a. abhängig von der Entwicklung des Grenzfremdkapitalzinssatzes zum 1. Januar 2019, der Zusammensetzung des Leasing-Portfolios zu diesem Stichtag und den dann vorzunehmenden Einschätzungen im Hinblick auf die Ausübung von beispielsweise Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen. Ebenfalls ist die Prüfung noch nicht abgeschlossen, ob und in welchem Umfang Wahlrechte und Erleichterungsvorschriften in Anspruch genommen werden.

Das IASB veröffentlichte im Juni 2017 die IFRIC Interpretation 23 (Uncertainty over Income Tax Treatments), um die Bilanzierung von Unsicherheit in Bezug auf Ertragsteuern klarzustellen. IFRIC 23 ist verpflichtend für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen, anzuwenden. Die Übernahme in europäisches Recht steht noch aus. Die Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage werden noch geprüft.

Vergleich zum Vorjahr